Logopädie bei Erwachsenen

Wir untersuchen, informieren, beraten und behandeln bei allen logopädischen Störungsbildern.

Zu Beginn der Therapie führen wir eine logopädische Diagnostik durch, bei der wir herausfinden, wie wir die Therapie für Sie planen können. Dies geschieht immer mithilfe von standardisierten Diagnostikverfahren.

Anhand dieser Informationen erstellen wir einen Therapieplan für eine auf Ihre sprachlichen Bedürfnisse individuell zugeschnittene Therapie.

Wir legen großen Wert auf evidenzbasiertes Arbeiten und bewährte Therapiemethoden, die für Sie als unsere Patienten alltagstauglich und effizient sind. Um dies zu gewährleisten, bilden wir uns regelmäßig fort.

Die logopädische Therapie findet in der Regel ein- bis zweimal in der Woche statt und dauert meist 45 Minuten. Die gesamte Behandlungsdauer hängt immer von verschiedenen Faktoren ab.
Ihre Mitarbeit als Patient oder Begeleitung des Patienten ist ein wichtiger Faktor für den Therapieerfolg. Deshalb nehmen regelmäßige Beratungssequenzen und Anleitungen für häusliches Üben einen großen Raum ein.

Selbstverständlich führen wir auch Hausbesuche durch.

Sollten Sie noch Fragen haben, beraten wir Sie gerne jederzeit kostenlos – auch telefonisch.

Logopädische Störungsbilder

SprachstörungenSprechstörungenStimmstörungenSchluckstörungenHörstörungenAußerdem behandeln wir
  • Aphasie (erworbene Sprachstörung z.B. nach Schlaganfällen)
    Eine Aphasie ist eine erworbene zentrale Sprachstörung, die durch Schädigung des Gehirns, z.B. durch einen Schlaganfall, hervorgerufen wird. Alle Bereiche der Sprache können in unterschiedlichem Ausmaß beeinträchtigt sein. So haben manche Aphasiker große Probleme beim Benennen von Dingen, ihnen fehlen die Worte. Bei anderen ist die Lautstruktur der Sprache gestört, bei wieder anderen der Satzbau oder die Grammatik. Auch das Sprachverständis ist häufig betroffen. Aufgrund des plötzlichen Auftretens der sprachlichen Defizite gibt es häufig weitreichende Folgen für das soziale und berufliche Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen.
  • Pragmatische Störungen
    Pragmatische Störungen äußern sich dadurch, dass Betroffene die Organisation von Gesprächen nicht mehr gut einhalten können. In einem Gespräch wechseln sich die beteiligten Gesprächspartner mit ihren Äußerungen immer wieder ab (turn-taking). Betroffene haben zum Teil Schwierigkeiten dieses Abwechseln einzuhalten, sie geben die Sprecherrolle dann entweder nicht ab oder es entstehen überlange Pausen, die für den Gesprächspartner unangenehm sein können. Es kann aber auch schwierig sein bei einem Thema zu bleiben oder den roten Faden in einem Gespräch beizubehalten, wenn z. B. Sprachverständnisstörungen oder -unsicherheiten vorliegen.
  • Störung der Planung von Sprechbewegungen (Sprechapraxie)
    Die Sprechapraxie ist eine Störung der Planung von Sprechbewegungen. Sie zeigt sich im Bereich von Artikulation, Sprechmelodie und -rhythmus (Prosodie) und Sprechverhalten. Sie kann zu einer unverständlichen Aussprache führen, teilweise mit Ersetzungen oder Vertauschungen von Lauten. Die Artikulationsstörungen betreffen oft den Anfang von Wörtern bzw. Silben und sind vielfach mit Suchbewegungen von Lippen, Zunge oder Kiefer verbunden. Bei der Sprechapraxie ist die Sprechgeschwindigkeit ist häufig vermindert, Vokale werden gedehnt gesprochen und bei vielen Betroffenen kommt es zu einer stockenden Sprechweise in Silben. Es können auch Fehler bei der Wortbetonung auftreten, indem Silben falsch oder übermäßig deutlich betont werden.
  • Störung des Sprechens nach neurologischen Erkrankungen und Schlaganfällen (Dysarthie)
    Menschen mit Dysarthrien bzw. Dysarthrophonien haben aufgrund unterschiedlicher Erkrankungen eine Störung des Sprechens. Das eigentliche Sprachsystem: Sprachverständnis, Grammatik, Wortschatz, Lesen, Schreiben etc. ist dabei nicht gestört.
    Dysarthrien bzw. Dysarthrophonien sind neurologisch bedingte Störungen (z.B. bei Parkinson, MS, ALS oder nach Schlaganfällen), die je nach Grad und Ausprägung der Schädigung im Gehirn sehr unterschiedliche Symptome hervorbringen können. Allgemein können folgende Veränderungen der Sprechweise beobachtet werden:
    • das Sprechen ist verwaschen und undeutlich,
    • die Stimme klingt heiser, leise, rau oder gepresst,
    • manchmal hört sich die Sprechweise auch sehr monoton an und
    • die Sprechgeschwindigkeit ist zu schnell oder zu langsam

    Eine Dysarthrie stellt fast immer eine Kommunikationsstörung dar, die sowohl Sprecher als auch Zuhörer behindert. Aussagen werden oft nicht oder falsch verstanden, wobei es zu Missverständnissen und ungeduldigen Reaktionen kommen kann. Teilweise wird das Sprechen gemieden, da es anstrengend ist und Menschen mit einer Dysarthrie schneller ermüden.

  • Artikulationsstörung (Dyslalie)
    Die Aussprache eines oder mehrerer Laute gelingt sprechmotorisch nicht störungsfrei, die bekannteste Aussprachestörung ist das Lispeln, dort stößt bei der Bildung des Lautes /s/ die Zunge an oder rutscht zwischen die Zähne. Diese Störung kann einhergehen mit einer Myofunktionellen Störung (siehe Schluckstörungen).
  • Redeflussstörung (Stottern, Poltern)
    Das Stottern zeigt sich anhand von Wiederholungen von Lauten und Silben („Ka-ka-kasse“), anhand von Verlängerungen („Kaaaaaasse“) oder anhand von Blockierungen („K—–Kasse“).
    Poltern ist eine Störung des Sprechablaufs, die häufig zur Unverständlichkeit von Äußerungen führt. Im Unterschied zum Stotterer hat der Polterer meist kein Störungsbewusstsein.
  • Audiogen bedingte Sprechstörungen
    Bei audiogen bedingten Sprechstörungen können Betroffene aufgrund vom Hörverlust bestimmter Freqenzen verschiedene Laute nicht (mehr) hören bzw. unterscheiden. Diese Laute werden dann nicht oder ungenau artikuliert.
  • Organisch oder funktionell bedingte Stimmstörung (Dysphonie)
    Stimmstörungen bei Erwachsenen äußern sich in länger bestehender Heiserkeit ohne akuten Infekt, eingeschränkter stimmlicher Belastbarkeit, Schmerzen oder Fremdkörpergefühlen im Kehlkopf. Sie können funktionelle oder organische Ursachen haben, z.B. hohe Stimmbelastung in Sprecherberufen oder Stimmbandlähmung (Recurrensparese) infolge von Infekten oder Operationen (z.B. Schilddrüsen OPs).
    Bei der funktionellen Dysphonie können Knötchen auf den Stimmbändern entstehen, weil die Stimmbänder beim unökonomischen Stimmgebrauch aneinander reiben. Durch die Knötchen können sich die Stimmbänder nicht mehr schließen, Luft schlägt bei Sprechen permanent durch und die Stimme klingt heiser.
    Bei organisch bedingten Stimmstörungen ist die Stimmerzeugung durch pathologisch-anatomische Veränderungen im Bereich des Kehlkopfs beeinträchtigt.
    Psychogene Stimmstörungen sind bedingt durch psychosomatische oder auch psychosoziale Einflüsse, d.h. die Stimmprobleme sind hier nicht Ausdruck einer hohen Stimmbelastung sondern gehen auf Stressfaktoren zurück.
  • Stimmverlust (Aphonie)
    Bei einer Aphonie ist die Stimme tonlos, der Betroffene kann nur noch flüstern. Bei psychogenen Aphonien kann der Betroffene sich laut räuspern und stimmhaft lachen. Die Stimme wechselt beim Sprechen zwischen tonlos und stimmhaft.
  • Zustand nach Laryngektomie (Kehlkopfentfernung)
    Durch eine Kehlkopfentfernung (Laryngektomie) ist eine künstliche Atemöffnung am Hals (Tracheostoma) erforderlich, da nur auf diese Weise die Trennung von Speise- und Atemweg sichergestellt ist. Eine normale Stimmgebung ist nach einer Laryngektomie nicht mehr möglich, weil dem Patienten keine Stimmlippen mehr zur Verfügung stehen. Patienten sind darauf angewiesen, nach der Operation eine Ersatzstimme zu erlernen. 80% aller Patienten nach Laryngektomie werden operativ mit einem Shunt-Ventil versorgt, das eine Verbindung zwischen Luftröhre und Speiseröhre herstellt. So kann die Atemluft für diese Methode nutzbar gemacht werden.
    Auch ohne ein solches Ventil kann eine Speiseröhrenstimme (Ösophagusersatzstimme) mit speziellen Techniken erlernt werden, d. h. die Speiseröhre wird kompensatorisch zur Stimmgebung eingesetzt. Hierbei vermittelt die logopädische Therapie, wie die obere Speiseröhrenmuskulatur zur Stimmerzeugung genutzt werden kann.
  • Beeinträchtigung der Gesichtsmuskulatur und Zungenfunktion (Myofunktionelle Störung)
    Eine myofunktionelle Störung im Gesichtsbereich ist durch ein Muskelungleichgewicht der Zungen- und Lippenmuskulatur, aber auch weiterer Gesichtsmuskulatur gekennzeichnet. Typische Zeichen sind ein offen stehender Mund (z.B. beim Lesen oder Schlafen), eine interdentale Zungenruhelage, das heißt die Zunge liegt in Ruhe zwischen den Schneidezähnen, ein offener Biss und ein nach vorne gerichtetes Schluckmuster, das heißt beim Schlucken rutscht die Zunge zwischen oder gegen die Zähne. Oft kommt es auch zu einer Artikulationsstörung, z.B. dem Lispeln.
  • Funktionelle und organische Schluckstörung (Dysphagie), z.B. nach Schlaganfällen
    Eine Schluckstörung (Dysphagie) tritt bei neurologischen Erkrankungen wie z.B. Parkinson, ALS, bei Hirntumoren oder nach Schlaganfällen auf. Bei Schluckstörungen sind meist die Beweglichkeit der Mundmotorik und die Wahrnehmung (Sensibilität) des Gesichts, Mundes und Rachens betroffen. Dadurch ist die Koordination zwischen den für das Schlucken wichtigen Muskeln gestört. Die Schluckbeschwerden können beim Essen, beim Trinken, aber auch beim Abschlucken von Speichel vorhanden sein. Sie können während des Transportes im Mund-Rachenraum oder/und auf dem Weg durch die Speiseröhre (ösophageale Dysphagie) auftreten. Beim Verschlucken von Nahrung besteht die Gefahr, dass flüssige oder feste Nahrung in die Luftröhre kommen kann. Dies kann zu einer gefährlichen Lungenentzündung führen.
  • Fazialisparese / Gesichtslähmung
    Eine Fazialisparese (Gesichtslähmung) ist eine Lähmung des Fazialisnervs, auch Gesichtsnerv genannt. Dieser Nerv gehört zu den Hirnnerven.
    Nach dem Ort der Schädigung unterscheidet man die zentrale Fazialisparese, bei der sich die Schädigung im Gehirn (zentral) befindet, und die periphere Fazialisparese, bei der die Schädigung den Gesichtsnerv selbst betrifft. Meist ist nur eine Gesichtshälfte bzw. nur ein Viertel des Gesichts betroffen.
    Bei einer Lähmung des Fazialisnervs kann die Bewegung der Augen- und Stirnmuskulatur sowie der Muskulatur von Wangen, Nase und Mund eingeschränkt sein. Es kann Speichel aus dem Mundwinkel laufen und die Augen können tränen. Außerdem wird die Geschmacksempfindung eines großen Teils der Zunge und der Hörvorgang durch den Fazialisnerv beeinflusst.
  • Angeborene oder erworbene Hörstörung
    Es können Schwerhörigkeiten unterschiedlichen Schweregrades auftreten. Die Schalleitungsschwer-hörigkeit ist eine Störung der Schallübertragung im äußeren Gehörgang und/oder im Mittelohr. Der Höreindruck ist mehr oder weniger stark gedämpft.
    Schallempfindungsschwerhörigkeiten sind bedingt durch eine Schädigung des Innenohres oder des Hörnerven aufgrund von Vererbung oder bestimmter Erkrankungen. Hörstörungen führen zu einer eingeschränkten Wahrnehmung von akustischen Signalen. Das bedeutet nicht nur, dass Schallereignisse leiser oder gar nicht gehört werden;es kommt vielmehr häufig zu einem verzerrten, bruchstückhaften oder auch falschen Hören. Bedingt durch die Hörstörung kann es zu Problemen mit der Aussprache (Artikulationsstörung) kommen, auch die Grammatik und der Wortschatz können bei Betroffenen beeinträchtigt sein. Außerdem haben Betroffene oft eine falsche oder monotone Sprechmelodie, die logopädisch therapiert werden kann.
  • Autismus
  • Mutismus
  • Mehrfachbehinderungen
  • Cerebrale Bewegungsstörungen
  • Lippen-Kiefer-Gaumensegel-Fehlbildungen
  • Neurodegenerative Krankheiten, z.B. Morbus Parkinson, ALS, Chorea Huntington