Logopädie bei Kindern und Jugendlichen

Wir untersuchen, informieren, beraten und behandeln bei allen logopädischen Störungsbildern.

Zu Beginn der Therapie führen wir eine logopädische Diagnostik durch, bei der wir herausfinden, wie wir die Therapie für Ihr Kind planen können. Bei Kindern geschieht dies auf spielerische Weise und immer mithilfe von standardisierten Diagnostikverfahren.

Anhand dieser Informationen erstellen wir einen Therapieplan für eine auf Ihre oder die sprachlichen Bedürfnisse Ihres Kindes individuell zugeschnittene Therapie. Diese unterscheidet sich zum Beispiel von einer allgemeinen Sprachförderung im Kindergarten oder dem Förderunterricht in der Schule, da diese unspezifisch und in größeren Gruppen durchgeführt werden.

Wir legen großen Wert auf evidenzbasiertes Arbeiten und bewährte Therapiemethoden, die für Sie als unsere Patienten alltagstauglich und effizient sind. Um dies zu gewährleisten, bilden wir uns regelmäßig fort.

Die logopädische Therapie findet in der Regel ein- bis zweimal in der Woche statt und dauert meist 45 Minuten. Die gesamte Behandlungsdauer hängt immer von verschiedenen Faktoren ab.
Ihre Mitarbeit als Eltern von Patienten ist ein wichtiger Faktor für den Therapieerfolg. Deshalb nehmen regelmäßige Beratungssequenzen und Anleitungen für häusliches Üben einen großen Raum ein.

Sollten Sie noch Fragen haben, beraten wir Sie gerne jederzeit kostenlos – auch telefonisch.

Logopädische Störungsbilder

SprachstörungenSprechstörungenKindliche StimmstörungenSchluckstörungen / Störungen der MundmotorikHörstörungenAußerdem behandeln wir
  • Sprachentwicklungsstörung
    Als Sprachentwicklungsstörung bezeichnet man eine nicht altersgemäße Sprachentwicklung eines Kindes. Ursachen hierfür sind meist genetische oder neurologische Faktoren, (z.B. frühkindliche Hirnschädigung), psychische Faktoren oder soziokulturelle Einflüsse (z.B. Mehrsprachigkeit). Beispiele für Sprachentwicklungsstörungen sind:
    • Störungen des Lauterwerbs (phonologische Dyslalie, Bedeutungsunterscheidende Merkmale von Sprachlauten fehlen, d.h. ähnlich klingende Laute werden nicht voneinander unterschieden (z.B. Tanne statt Kanne))
    • Störungen des Wortschatzes
    • Störungen der Grammatik (Es liegt eine unvollständige oder fehlerhafte Anwendung der Grammatik vor. Das Kind hat Schwierigkeiten in der Artikel-, Plural- und/oder Satzbildung.)
    • Störungen des Sprachverständnisses (Reagiert ein Kind auffallend häufig unangemessen auf sprachliche Aufträge, kann dies auf Probleme beim Verstehen von Sprache hinweisen.)
    • Störungen des Textverständnisses und der Textproduktion
    • Pragmatische Störungen (Das Erzählen von erlebten Dingen und Situationen oder von Bildergeschichten ist nicht verständlich.)
  • Kindliche Aphasie
    Eine kindliche Aphasie liegt vor, wenn Kinder durch eine akute Hirnschädigung einen teilweisen oder auch vollständigen Verlust der bis dahin erworbenen sprachlichen Fähigkeiten erleiden. Bei einer Aphasie können unter anderem Wortfindungsstörungen, Laut- oder Wortverwechslungen, Störungen der Grammatik sowie Sprachverständnisprobleme und des Benennens auftreten. Probleme im Bereich der Schriftsprache sowie Auffälligkeiten in den Bereichen Kommunikation und Pragmatik können ebenfalls beobachtet werden.
  • Late Talker
    Late Talker sind Kinder zwischen dem 1. und 3. Lebensjahr mit einer deutlich verlangsamten Sprachentwicklung, jedoch ohne Erkrankungen wie Hörstörungen usw. Dies betrifft ca. 10-20% der Kinder. Late Talker haben einen unterdurchschnittlich großen Wortschatz, verfügen im Alter von 24 Monaten über 50 aktiv gebrauchte Worte und mit 36 Monaten gebrauchen sie weniger als 100 Worte. Etwa die Hälfte aller Late Talker kann den Rückstand im Spracherwerb bis zu ihrem 3. Lebensjahr aufholen. Die verbleibenden Kinder weisen ein erhöhtes Risiko für Sprachauffälligkeiten auf.
  • Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung
    Bei einer auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) ist die Weiterleitung und Verarbeitung von gehörten Informationen wie z.B. Sprache oder Umgebungsgeräusche im Hörnerv und Gehirn beeinträchtigt. Das periphere (äußerliche) Hören, d.h. die Wahrnehmung von Geräuschen über die Ohren, ist in diesem Fall nicht betroffen.
  • Artikulationsstörung (Dyslalie)
    Die Aussprache eines oder mehrerer Laute gelingt sprechmotorisch nicht störungsfrei, die bekannteste Aussprachestörung ist das Lispeln, dort stößt bei der Bildung des Lautes /s/ die Zunge an oder rutscht zwischen die Zähne. Diese Störung kann einhergehen mit einer Myofunktionellen Störung (siehe Schluckstörungen).
  • Redeflussstörung (Stottern, Poltern)
    Das Stottern zeigt sich anhand von Wiederholungen von Lauten und Silben („Ka-ka-kasse“), anhand von Verlängerungen („Kaaaaaasse“) oder anhand von Blockierungen („K—–Kasse“).
    Poltern ist eine Störung des Sprechablaufs, die häufig zur Unverständlichkeit von Äußerungen führt. Im Unterschied zum Stotterer hat der Polterer meist kein Störungsbewusstsein.
  • Audiogen bedingte Sprechstörungen
    Bei audiogen bedingten Sprechstörungen können Betroffene aufgrund vom Hörverlust bestimmter Freqenzen verschiedene Laute nicht (mehr) hören bzw. unterscheiden. Diese Laute werden dann nicht oder ungenau artikuliert.
  • Verbale Entwicklungsdyspraxie
    Die Sprechapraxie ist eine Störung der Planung von Sprechbewegungen. Sie zeigt sich im Bereich von Artikulation, Sprechmelodie und -rhythmus (Prosodie) und Sprechverhalten.
  • Näseln (Rhinophonien)
    Beim Näseln entweicht während des Sprechens entweder zu viel oder zu wenig Luft durch die Nase, was eine Störung des Stimmklangs und der Artikulation zur Folge hat.
  • Organisch oder funktionell bedingte Stimmstörung (Dysphonie) / Stimmverlust (Aphonie)
    Wenn Kinder über einen längeren Zeitraum (mehr als drei Monate) andauernd heiser, rau oder gepresst sprechen, liegt meist eine Stimmstörung vor. Beim leisen oder lauten Sprechen bricht die Stimme oft ganz ab und dann kann nur noch flüsternd sprechend fortgefahren werden. Viele Kinder fühlen ein Kratzen oder eine Enge im Halsbereich. Durch Husten oder Räuspern wird die Heiserkeit und das ungute Gefühl im Hals nur noch schlimmer. Es können Knötchen (auch „Schreiknötchen“ genannt) auf den Stimmbändern entstehen, weil die Stimmbänder aneinander reiben. Durch die Knötchen können sich die Stimmbänder nicht mehr schließen und die Stimme klingt heiser.
  • Beeinträchtigung der Gesichtsmuskulatur und Zungenfunktion (Myofunktionelle Störung)
    Eine myofunktionelle Störung im Gesichtsbereich ist durch ein Muskelungleichgewicht der Zungen- und Lippenmuskulatur, aber auch weiterer Gesichtsmuskulatur gekennzeichnet. Typische Zeichen sind ein offen stehender Mund (z.B. beim Lesen oder Schlafen), eine interdentale Zungenruhelage, das heißt die Zunge liegt in Ruhe zwischen den Schneidezähnen, ein offener Biss und ein nach vorne gerichtetes Schluckmuster, das heißt beim Schlucken rutscht die Zunge zwischen oder gegen die Zähne. Oft kommt es auch zu einer Artikulationsstörung, z.B. dem Lispeln.
  • Funktionelle und organische Schluckstörung, Störung der Nachrungsaufnahme
    Dysphagien können in jeder Altersstufe auftreten. Bei Schluckstörungen sind meist die Beweglichkeit der Mundmotorik und die Wahrnehmung (Sensibilität) des Gesichts, Mundes und Rachens betroffen. Dadurch ist die Koordination zwischen den für das Schlucken wichtigen Muskeln gestört.
    Bei Säuglingen zeigt sich eine Schluckstörung beim Trinken aus der Flasche oder an der Brust darin, dass sie häufig husten, sich verschlucken oder auch ihre Atmung unterbrechen. Auch können die Muskeln zu schwach zum Saugen von ausreichend Milch sein. Insbesondere Frühgeborene oder Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten zeigen diese Schwierigkeiten bei ihren ersten Trinkversuchen.
    Bei Kleinkindern zeigen sich kindliche Schluckstörungen darin, dass die Aufnahme, Verarbeitung und der Transport von Breikost oder fester Nahrung sowie von Flüssigkeit und Speichel beeinträchtigt sind. So kann z. B. feste Kost nicht genügend gekaut und eingespeichelt werden, um sie dann sicher abschlucken zu können. Vor oder während des Schluckens besteht die Gefahr, dass flüssige oder feste Nahrung in die Luftröhre kommen kann. Dies kann zu einer gefährlichen Lungenentzündung führen.
  • Angeborene oder erworbene Hörstörung
    OhrBei Kindern können Schwerhörigkeiten unterschiedlichen Schweregrades auftreten. Die Schalleitungsschwerhörigkeit ist eine Störung der Schallübertragung im äußeren Gehörgang und/oder im Mittelohr. Der Höreindruck ist mehr oder weniger stark gedämpft. Vorübergehende Schalleitungsstörungen aufgrund von Tubenfunktionsstörungen, Paukenergüssen und Mittelohrentzündungen treten im Kindesalter häufig auf und können die Sprachentwicklung ungünstig beeinflussen.
    Schallempfindungsschwerhörigkeiten sind bedingt durch eine Schädigung des Innenohres oder des Hörnerven aufgrund von Vererbung oder bestimmter Erkrankungen. Bei Kindern ist bei einer Schallempfindungsschwerhörigkeit anders als bei Erwachsenen meist das Hörvermögen über alle Frequenzen des Hauptsprachbereiches betroffen. Der Höreindruck ist nicht nur gedämpft, sondern auch in seiner Qualität verändert, z.B. klingt Gehörtes sehr verzerrt. Bedingt durch die Hörstörung kann es zu Problemen mit der Aussprache (Artikulationsstörung) kommen, auch die Grammatik und der Wortschatz können bei Betroffenen beeinträchtigt sein. Außerdem haben Betroffene oft eine falsche oder monotone Sprachmelodie, die logopädisch therapiert werden kann.
  • Autismus
  • Mutismus
  • Mehrfachbehinderungen
  • Cerebrale Bewegungsstörungen
  • Lippen-Kiefer-Gaumensegel-Fehlbildungen